Ernst Peter Fischer veröffentlicht neues Buch: »Das Ende der Entzauberung«
Wissenschaftshistoriker und Bestsellerautor Ernst Peter Fischer stellt eine der einflussreichsten Vorstellungen der Moderne infrage: Hat die Wissenschaft die Welt tatsächlich immer weiter entzaubert?
Marktheidenfeld, 28. August 2026. Am 13. Oktober 2026 erscheint im Wortschein Verlag das neue Buch des Wissenschaftshistorikers und Bestsellerautors Ernst Peter Fischer. In »Das Ende der Entzauberung« stellt Fischer eine der einflussreichsten Vorstellungen der Moderne infrage: Hat die Wissenschaft die Welt tatsächlich immer weiter entzaubert - oder lässt jede neue Erkenntnis die Wirklichkeit nur noch erstaunlicher erscheinen?
Je mehr die Wissenschaft herausfindet, desto verständlicher müsste die Welt eigentlich werden. Doch wissenschaftlicher Fortschritt führt nicht einfach von Unwissen zu Gewissheit. Große Entdeckungen beantworten Fragen - und werfen zugleich neue auf. Genau hier setzt Ernst Peter Fischer in seinem Buch »Das Ende der Entzauberung - Über die Wissenschaft, das Staunen und die Grenzen unseres Wissens« an.
Fischer widerspricht der verbreiteten Vorstellung, die Naturwissenschaften hätten die Welt im Laufe der Moderne Schritt für Schritt ihrer Geheimnisse beraubt. Seine Perspektive ist eine andere: Wissenschaft beseitigt das Geheimnisvolle nicht. Je tiefer sie in die Wirklichkeit eindringt, desto deutlicher treten neue Rätsel und die Grenzen des Verstandenen hervor.
Von Kopernikus, Newton und Darwin über Goethe und die Romantik bis hin zu Einstein, Bohr, Heisenberg und Pauli führt Fischer durch einige der großen Umbrüche des wissenschaftlichen Denkens. Dabei geht es um Gravitation und Evolution, Gene und Atome, Licht und Leben, Quantenmechanik und Kosmos. Das Buch erzählt jedoch keine geradlinige Geschichte stetigen Fortschritts. Es richtet den Blick ebenso auf Irrtümer, Intuitionen und überraschende Einfälle wie auf die Menschen hinter den Erkenntnissen.
Wissenschaft ist Teil unserer Kultur
Ein zentrales Anliegen Fischers ist die Frage, welche Rolle die Naturwissenschaften heute in unserem Verständnis von Bildung spielen. Unser Alltag ist bis ins kleinste Detail von Forschung und Technik geprägt - von Halbleitern und Satellitennavigation bis hin zu Medizin und künstlicher Intelligenz. Gleichzeitig bleiben die wissenschaftlichen Grundlagen dieser Welt für viele Menschen weitgehend unsichtbar.
Fischer wendet sich deshalb gegen eine Trennung von Naturwissenschaft und Kultur. Goethe, Kant und Shakespeare gelten selbstverständlich als Bestandteile der Bildung. Doch gehören Newton, Darwin, Einstein und Heisenberg nicht ebenso selbstverständlich in diesen Zusammenhang?
Für Fischer ist Wissenschaft nicht lediglich ein Werkzeug, mit dessen Hilfe neue Technologien entstehen. Sie verändert das Bild, das Menschen von der Welt und von sich selbst haben. Wissenschaftsgeschichte wird damit zugleich zu Kulturgeschichte.
Vom »Sapere aude« zum Mut zum Staunen
Auch die Aufklärung betrachtet Fischer aus einer ungewohnten Perspektive. Kants berühmtes »Sapere aude« - der Mut, sich des eigenen Verstandes zu bedienen - bleibt für ihn unverzichtbar. Doch die Geschichte der modernen Naturwissenschaften zeigt zugleich, dass Vernunft nicht zwangsläufig zu vollständiger Durchschaubarkeit führt.
Fischer entwickelt daraus einen zweiten Aufruf: Habe Mut zum Staunen.
Staunen ist dabei kein Gegenentwurf zur wissenschaftlichen Erklärung. Es beginnt vielmehr dort, wo eine Erklärung zu einer neuen Frage führt: Was ist Licht? Was ist Gravitation? Was ist Materie? Und was bedeutet es überhaupt, wenn wir sagen, etwas sei wirklich?
Gerade die Physik des 20. Jahrhunderts hat scheinbar selbstverständliche Begriffe wie Raum, Zeit, Teilchen und Ursache grundlegend verändert. Die wissenschaftlich erklärte Welt erscheint dadurch nicht notwendigerweise einfacher als zuvor.
Eine Wissenschaft, die von Menschen gemacht wird
Das Buch richtet den Blick außerdem auf eine Seite der Forschung, die in Lehrbüchern häufig unsichtbar bleibt: Wissenschaft wird von Menschen gemacht.
Erkenntnisse entstehen durch Neugier, Zweifel und Beharrlichkeit, aber auch durch Irrtümer, persönliche Motive und ästhetische Vorstellungen. Die fertige Gleichung verrät nur selten, welche Umwege zu ihr geführt haben.
Fischer verbindet deshalb Naturwissenschaft mit Philosophie, Literatur, Kunst und Wissenschaftsgeschichte. Eine besondere Rolle spielt dabei die Romantik. Was auf den ersten Blick wie ein Gegensatz zur rationalen Wissenschaft erscheint, wird bei Fischer zu einer Haltung, die Offenheit, Vorstellungskraft und die Bereitschaft umfasst, scheinbar widersprüchliche Perspektiven nebeneinander bestehen zu lassen.
Kritik an vorschnellen Gewissheiten
»Das Ende der Entzauberung« ist zugleich ein Buch über Wissenschaftskommunikation. Fischer kritisiert eine öffentliche Darstellung von Forschung, die komplexe Zusammenhänge vorschnell als gesicherte Gewissheiten präsentiert.
Wissenschaft kennt Unsicherheiten, vorläufige Modelle und konkurrierende Erklärungen. Neue Erkenntnisse können bestehende Vorstellungen grundlegend verändern. Gerade der ehrliche Umgang mit diesem Nichtwissen gehört für Fischer zu einem aufgeklärten Wissenschaftsverständnis.
Angesichts der Fortschritte auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz gewinnt diese Frage zusätzliche Aktualität: Wenn Maschinen Texte verfassen, Daten analysieren und an wissenschaftlichen Erkenntnisprozessen mitwirken, stellt sich erneut die Frage, was menschliches Erkennen eigentlich auszeichnet.
Über das Buch
Ernst Peter Fischer
Das Ende der Entzauberung
_Über die Wissenschaft, das Staunen und die Grenzen unseres Wissens_
Verlag: Wortschein Verlag
Sachgebiet: Naturwissenschaft/Wissenschaftsgeschichte
ISBN: 978-3-69491-005-3
Umfang: Etwa 250 Seiten
Erscheinungstermin: 13. Oktober 2026
Ladenpreis: 25 €
Ausstattung: Hardcover
Der Buchhandel erhält für die Erstbevorratung attraktive Konditionen.
Weitere Informationen und Vorbestellung:
https://wortschein-verlag.de/buecher/das-ende-der-entzauberung-uber-die-wissenschaft-das-staunen-und-die-grenzen-unseres-wissens
Über Ernst Peter Fischer
Ernst Peter Fischer ist Wissenschaftshistoriker und zählt zu den profilierten deutschsprachigen Autoren an der Schnittstelle von Naturwissenschaft, Wissenschaftsgeschichte und Kultur. In zahlreichen Büchern beschäftigt er sich mit der Frage, wie wissenschaftliche Erkenntnisse entstehen, wie sie unser Weltbild verändern und weshalb die Naturwissenschaften ein selbstverständlicher Bestandteil von Bildung und Kultur sein sollten. Sein Buch »Die andere Bildung« wurde zum gefeierten Bestseller.
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