Wie energieeffiziente Vakuumtechnologie die Produktion von Papiersäcken verbessert hat
In der Herstellung von Papiersäcken ist Vakuum unverzichtbar. Es erfüllt an mehreren kritischen Stellen eine zentrale Funktion.
Bei dy-pack greifen Sauger, die an kleinen Maschinenarmen montiert sind, die Seiten jedes Sackzuschnitts, entnehmen ihn aus dem Stapel und positionieren ihn für den nächsten Prozessschritt. Vakuum sorgt dafür, dass die Säcke nacheinander ausgerichtet werden, sodass der Boden kontrolliert geöffnet werden kann. Zudem unterstützt es das Aufspreizen des Sackbodens und sorgt für exakt definierte Faltungen. Ohne Vakuum könnten diese Prozessschritte nicht zuverlässig durchgeführt werden.
dy-pack ist ein familiengeführtes Unternehmen mit Sitz in Wenden und seit mehr als 75 Jahren auf die Herstellung von Papiersäcken spezialisiert. Das Unternehmen beliefert Kunden weltweit und verfügt über einen hohen Exportanteil. Die Produkte kommen in Branchen wie Chemie, Lebensmittel und Zusatzstoffe sowie bei Baustoffen zum Einsatz. Je nach Anwendung, Füllgut und Abfüllprozess müssen die Säcke unterschiedliche Anforderungen erfüllen, etwa hinsichtlich Abmessungen, Materialien, Verklebung oder Oberflächenbeschaffenheit.
Vakuumversorgung der nächsten Generation
Die neue Lösung zielte darauf ab, das System zu vereinfachen, indem die Anzahl der Pumpentypen von fünf auf zwei reduziert wurde. Dies senkte die technische Komplexität erheblich und ermöglichte eine effizientere Wartungsplanung sowie ein einfacheres Ersatzteilmanagement.
Bei der Modernisierung handelte es sich nicht um einen Wechsel des Vakuumprinzips, sondern um ein gezieltes Upgrade der bestehenden Anlage. Ältere Pumpen der ersten Generation wurden durch effizientere Modelle mit IE4-Motoren ersetzt, wodurch dy-pack außerdem von staatlichen Fördermitteln (BAFA) profitieren konnte, die rund 40 % der Investitionskosten abdeckten.
Messbare Ergebnisse im Betrieb
Für dy-pack war entscheidend, die hohe Qualität der Papiersäcke langfristig sicherzustellen und die Produktion auch unter anspruchsvollen Bedingungen zuverlässig betreiben zu können. Gleichzeitig sollte die Produktionsumgebung weiter verbessert und die Vakuumversorgung zukunftssicher aufgestellt werden. Ein zusätzlicher Vorteil der Modernisierung war die Senkung des Energieverbrauchs.
Messungen zeigen, dass der Energieverbrauch von etwa 155.000 kWh pro Jahr auf rund 148.800 kWh pro Jahr gesenkt werden konnte. Dies entspricht einer Einsparung von etwa 6.200 kWh jährlich.
Durch den Einsatz der neuen MINK Pumpengeneration mit einer optimierten Schalldämpfertechnologie konnte die Geräuschentwicklung deutlich reduziert werden, was sich positiv auf die Arbeitsbedingungen auswirkt.
"Insgesamt profitieren wir mit der neuen Lösung von Busch von einer effizienteren, übersichtlicheren und zuverlässigeren Vakuumversorgung, die unsere Produktion auch unter anspruchsvollen Bedingungen stabil unterstützt", sagt Christian Wagner, Leiter Instandhaltung.
Zuverlässiger Betrieb durch Standardisierung und Service
Für dy-pack bestand das Ziel der neuen Lösung nicht nur darin, Wartungsprozesse zu verbessern, sondern vor allem sicherzustellen, dass Servicearbeiten den laufenden Betrieb nicht beeinträchtigen. Da Vakuum eine zentrale Voraussetzung für die Produktion ist, war die Vermeidung von Stillständen ein entscheidender Faktor.
Durch die Reduzierung auf nur zwei Pumpentypen können die Pumpen innerhalb weniger Minuten im laufenden Betrieb ausgetauscht werden, sodass Wartungsmaßnahmen ohne Produktionsunterbrechung durchgeführt werden können. Statt vor Ort zu reparieren, werden die Pumpen ausgetauscht und separat gewartet. Für dy-pack bedeutet dies vor allem eine hohe Anlagenverfügbarkeit und die Sicherheit, dass die Vakuumversorgung auch bei Wartungsmaßnahmen zuverlässig verfügbar bleibt.
Um ungeplante Stillstände zu vermeiden und die Wartung besser planbar zu machen, wurde ein Servicekonzept etabliert. Damit sind Instandhaltungsmaßnahmen heute klar strukturiert und können planbar durchgeführt werden, ohne spontane Eingriffe oder Produktionsstopps.
Der Abschluss eines Servicevertrages verlagert die Instandhaltung von einer reaktiven Maßnahme hin zu einem geplanten Prozess. Serviceeinsätze werden im Voraus terminiert und kontrolliert durchgeführt, wodurch die Planbarkeit im Betrieb deutlich steigt.
Integration digitaler Überwachung als nächster Schritt
Im Rahmen der kontinuierlichen Optimierung testet dy-pack aktuell OTTO - Digitale Services von Busch . Die digitale Lösung erfasst und überwacht relevante Betriebsdaten der Vakuumpumpen, wie beispielsweise Laufzeiten und Energieverbrauch, und bereitet diese übersichtlich in einem Dashboard auf.
Mithilfe eines Ampelsystems erhalten die Anwender einen schnellen Überblick über den Zustand der Anlagen und können Abweichungen frühzeitig erkennen. Das System wird aktuell an einer Produktionslinie eingesetzt, um dessen Potenzial unter realen Bedingungen zu bewerten. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Verhalten der Pumpen und Prozesse zu gewinnen.
Auch wenn das System noch nicht vollständig implementiert ist, stellt es den nächsten Schritt in der Weiterentwicklung der Vakuumversorgung dar. Künftig kann die kontinuierliche Datenauswertung dazu beitragen, Wartungsmaßnahmen stärker zustandsbasiert zu planen, die Anlagenverfügbarkeit weiter zu erhöhen und die Grundlage für eine vorausschauende Instandhaltung (Predictive Maintenance) zu schaffen.
Ein überzeugendes Beispiel für kontinuierliche Verbesserung
Die Modernisierung der Vakuumversorgung ist für dy-pack ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer noch leistungsfähigeren und zukunftssicheren Produktion. Durch Investitionen in moderne Vakuumtechnologie und die Reduzierung der eingesetzten Pumpentypen, strukturierte Servicekonzepte und digitale Lösungen schafft das Unternehmen die Voraussetzungen für eine hohe Prozessstabilität, konstant hohe Produktqualität und eine langfristig hohe Anlagenverfügbarkeit.
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Über die Busch Group
Die Busch Group ist weltweit einer der größten Hersteller von Vakuumpumpen, Vakuumsystemen, Gebläsen, Kompressoren, Kammern und Abgasreinigungssystemen. Unter ihrem Dach vereint sie die beiden bekannten Marken Busch Vacuum Solutions und Pfeiffer Vacuum+Fab Solutions.
Das umfangreiche Produkt- und Serviceangebot umfasst Lösungen für Vakuum-, Überdruck- und Abgasreinigungsanwendungen in allen Branchen, wie zum Beispiel Lebensmittel, Halbleiter, Analytik, Chemie und Kunststoff. Dazu gehören auch die Konzeption und der Bau maßgeschneiderter Vakuumsysteme sowie ein weltweites Servicenetz.
Die Busch Group ist ein Familienunternehmen, dessen Leitung in den Händen der Familie Busch liegt. Mehr als 8.000 Mitarbeiter in 47 Ländern weltweit arbeiten für die Gruppe. Der Hauptsitz von Busch befindet sich im baden-württembergischen Maulburg, im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz.
Die Busch Group produziert in ihren 20 eigenen Werken in China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Rumänien, der Schweiz, Südkorea, Tschechien, den USA und Vietnam.
Sie hat einen konsolidierten Jahresumsatz von 2 Milliarden Euro.
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