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"Was ist denn Grüne Soße?" - Buch über Demenz, Abschied und Humor für pflegende Angehörige

L LöwenStern Verlag 4 Min. Lesezeit · 725 Wörter · 27 Aufrufe Deutschland

Zu Allerheiligen und Totensonntag: Die promovierte evangelische Theologin Ina Claus erzählt vom Abschied von ihrer demenzkranken Mutter - entlang der sieben Kräuter der Frankfurter Grünen Soße

Frankfurt am Main, 12.10.2026. In Deutschland leben nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz. Etwa 1,4 Millionen Menschen betreuen und pflegen Angehörige mit einer Demenz. Im November, wenn Allerheiligen und Totensonntag an die Verstorbenen erinnern, sind viele von ihnen in Gedanken bei Eltern, die sie verloren haben oder gerade Stück für Stück verlieren. Für sie hat die Frankfurter Theologin Ina Claus ihr Buch "Die sieben Kräuter der Grünen Soße" (LöwenStern Verlag) geschrieben.

Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer, Schnittlauch: Als ihre Mutter zu vergessen begann, machte Ina Claus daraus ein Spiel. Sie bat sie, die sieben Kräuter der Grünen Soße aufzuzählen. Anfangs gelang das noch vollständig, dann waren es fünf, dann drei, dann zwei. Schließlich fragte die Mutter verwundert: "Was ist denn Grüne Soße?" Das Gericht, das in der Frankfurter Familie so selbstverständlich auf den Tisch kam wie Ebbelwoi und Handkäs, war aus ihrem Gedächtnis verschwunden.

Bemerkt hatte die Tochter die Veränderung schon früher, beim gemeinsamen Backen. Mehl, Eier, Butter und Milch standen auf dem Tisch, und die Mutter, die über achtzig Jahre lang gebacken hatte, fragte: "Was ist das?" Von solchen Momenten erzählt das Buch ehrlich und ohne Beschönigung, auch von der Aggression, die Ina Claus an ihrer sonst so fröhlichen Mutter nicht kannte. Geholfen hat ihr eine Unterscheidung, die sie aus der Theologie kennt: zwischen der Mutter, wie sie sie ein Leben lang erlebt hatte, und der erkrankten Mutter, die vieles nicht mehr steuern konnte.

Schwer liest sich das Buch trotzdem nicht. Ina Claus hat bewusst auch die komischen Szenen aufgenommen, die eine Demenz mit sich bringt. "Humor ist wichtig. Manchmal ist er sogar lebenserhaltend", sagt sie. Aus ihrer früheren Arbeit in der Gemeinde weiß sie, dass selbst bei einer Beerdigung ein Moment zum Lachen Erleichterung schaffen kann.

Ihr wichtigster Rat an pflegende Angehörige gilt der eigenen Kraft: "Keine Nächstenliebe ohne Selbstliebe. Das Kümmern darf nicht dauerhaft zu einer schiefen Ebene werden." Wer begleitet, darf ein Wochenende wandern gehen, einen Besuch ausfallen lassen und das eigene Leben weiterführen. Zehn praktische Tipps für pflegende Angehörige, ein Kapitel zur Selbstfürsorge und das Familienrezept für die echte Frankfurter Grüne Soße machen das schmale Buch zu einem Begleiter für den Alltag. Es richtet sich auch an Pflegekräfte, Alltagsbegleiter und Hospizhelfer, vor deren Arbeit die Autorin großen Respekt hat.

Ina Claus wurde in Frankfurt am Main geboren, studierte Theologie in Göttingen und Heidelberg und arbeitet in der kirchlichen Bildungsarbeit. Sterbebegleitung und die Begleitung pflegender Angehöriger kannte sie aus ihrem Beruf, bevor sie selbst betroffen war. "Die sieben Kräuter der Grünen Soße" begann sie zu schreiben, um die Krankheit ihrer Mutter zu verarbeiten. Die Autorin steht deutschlandweit für Interviews, Lesungen und Hintergrundgespräche zur Verfügung.

Bibliografische Angaben

Ina Claus: "Die sieben Kräuter der Grünen Soße. Heiter bleiben in der Begleitung eines geliebten Menschen mit Demenz"
LöwenStern Verlag, Frankfurt am Main, 2026
84 Seiten, Softcover
ISBN: 978-3-98864-114-4
Preis: 14,95 Euro · E-Book 9,99 Euro (ISBN 978-3-98864-115-1)
Erhältlich im Buchhandel, im Verlags-Shop des LöwenStern Verlags und online
Mehr unter: https://loewenstern-verlag.de/demenz

Material für Redaktionen

Cover in Druckqualität, Autorinnenfoto und das Familienrezept für Grüne Soße senden wir auf Anfrage gern zu. Ein Video-Interview mit der Autorin liegt vor. Digitale Rezensionsexemplare stellen wir Journalistinnen und Journalisten kostenfrei zur Verfügung.

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Der LöwenStern Verlag wurde 2015 von Renate Wettach in Frankfurt am Main gegründet. Als Verlegerin mit interdisziplinärem Hintergrund aus Geisteswissenschaften und Marketing liegt ihr Schwerpunkt auf Sachbüchern, die Fachwissen für ein breites Publikum erschließen - ohne es zu vereinfachen. Das Programm umfasst Titel aus Persönlichkeitsentwicklung, Psychologie, Politik und Wirtschaft.

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