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Politik Für Wirtschaftsjournalisten

Unternehmen im Veränderungsstau: Warum "Weiter so" für viele Firmen zum strategischen Risiko wird

A Almademey Limited 7 Min. Lesezeit · 1.412 Wörter · 36 Aufrufe

Change-Experte Dr. Stephan Meyer fordert einen Perspektivwechsel: Nicht jede Transformation braucht mehr Projekte, sondern den Mut, überholte Geschäftslogiken abzuschaffen.

Künstliche Intelligenz verändert Geschäftsprozesse, Kundenerwartungen verschieben sich und neue Wettbewerber können innerhalb kurzer Zeit etablierte Marktregeln infrage stellen. Trotzdem reagieren viele Unternehmen weiterhin mit dem bekannten Muster: bestehende Prozesse optimieren, neue Projekte starten und hoffen, dass das Geschäftsmodell noch lange genug funktioniert.

Dr. Stephan Meyer, Change-Management-Experte, Psychologe und Keynote Speaker, hält genau diese Reaktion für problematisch.

"Das gefährlichste Wort in der Transformation ist nicht Nein. Es ist später."

Aus seiner Sicht unterschätzen Unternehmen häufig nicht die Geschwindigkeit des technologischen Wandels, sondern die Geschwindigkeit, mit der sich bisher erfolgreiche Geschäftslogiken überleben können.

Wenn Optimierung zur Falle wird

Viele Organisationen setzen auf kontinuierliche Verbesserung. Prozesse werden effizienter, Produkte weiterentwickelt und Kosten reduziert. Das kann sinnvoll sein, solange sich das Umfeld nur langsam verändert.

Schwierig wird es, wenn sich die Spielregeln selbst verändern.

"Man kann einen überholten Prozess noch so effizient machen. Dadurch wird er nicht automatisch zukunftsfähig."

Nach Einschätzung von Meyer müssen Unternehmen deshalb stärker zwischen Optimierung und Transformation unterscheiden.

Optimierung verbessert das bestehende System.

Transformation stellt die Frage, ob das bestehende System überhaupt noch das richtige ist.

Genau diese Unterscheidung werde im Management häufig zu spät getroffen.

Die unterschätzte Gefahr: erfolgreiche Vergangenheit

Besonders gefährlich seien Strukturen, die lange funktioniert haben.

Denn erfolgreiche Vergangenheit erzeugt Legitimität.

Ein Produkt, das über Jahre profitabel war, wird weitergeführt. Ein Prozess, der einmal sinnvoll war, bleibt bestehen. Eine Hierarchie wird nicht verändert, weil sie "bewährt" ist.

Meyer bezeichnet solche Selbstverständlichkeiten als "heilige Kühe".

"Eine heilige Kuh ist nicht deshalb heilig, weil sie richtig ist. Sie ist heilig, weil niemand mehr wagt, sie infrage zu stellen."

Damit werde ein zentraler Mechanismus von Veränderungsblockaden sichtbar: Organisationen schützen häufig nicht das, was künftig wertvoll sein wird, sondern das, was in der Vergangenheit erfolgreich war.

Künstliche Intelligenz verschärft die Situation

Mit dem Aufstieg Künstlicher Intelligenz werde dieses Problem noch offensichtlicher.

KI könne nicht nur einzelne Tätigkeiten automatisieren. Sie verändere potenziell ganze Wertschöpfungsketten, Rollenprofile, Formen der Kundeninteraktion und die Organisation von Wissen.

Die entscheidende Managementfrage sei daher nicht allein, welche KI-Anwendung angeschafft werden sollte.

"Die bessere Frage lautet: Was würde unser Unternehmen tun, wenn Künstliche Intelligenz heute selbstverständlich wäre?"

Diese Frage könne unangenehme Konsequenzen haben. Denn möglicherweise müsse nicht nur ein Prozess digitalisiert, sondern ein Prozess abgeschafft werden. Vielleicht müsse eine Rolle neu definiert, ein Geschäftsmodell verändert oder eine bisher profitable Leistung nicht mehr angeboten werden.

Transformation scheitert selten an Technologie

Meyer warnt zugleich vor einem zweiten Missverständnis: Unternehmen würden Transformation häufig als Technologieprojekt behandeln.

Dabei scheiterten Veränderungsinitiativen oft an fehlender Orientierung, widersprüchlichen Anreizen, langsamen Entscheidungen oder mangelndem Vertrauen.

"Eine neue Software ist noch keine Transformation. Ein neues Organigramm ist noch keine Transformation. Und eine neue Strategiepräsentation schon gar nicht."

Transformation werde erst dann real, wenn sich Verhalten, Entscheidungen und Prioritäten tatsächlich verändern.

Das mache Change Management zu einer Führungsaufgabe.

Widerstand ist nicht immer das Problem

Auch beim Thema Veränderungswiderstand plädiert Meyer für einen Perspektivwechsel.

In Unternehmen werde Widerstand häufig als Störung betrachtet. Mitarbeitende gelten dann als "nicht abgeholt", "zu skeptisch" oder "veränderungsresistent".

Meyer hält das für zu einfach.

"Widerstand ist manchmal nicht die Bremse der Veränderung. Widerstand ist das Warnsignal, dass mit der Veränderung etwas nicht stimmt."

Vielleicht sei das Zielbild unklar. Vielleicht fehle Vertrauen. Vielleicht seien Betroffene zu spät einbezogen worden. Oder sie machten auf ein reales Risiko aufmerksam.

Damit komme der Psychologie eine zentrale Bedeutung zu.

Veränderung funktioniere nicht allein über Strategie und Kommunikation. Menschen müssten verstehen, warum sich etwas verändert, welche Bedeutung die Veränderung für sie hat und was von ihnen konkret erwartet wird.

Die eigentliche Zukunftskompetenz heißt Veränderungsfähigkeit

Aus Sicht des Change-Experten sollten Unternehmen deshalb nicht nur einzelne Transformationen erfolgreich durchführen.

Sie müssten lernen, Veränderung selbst zur organisatorischen Fähigkeit zu machen.

Dazu gehören aus seiner Sicht unter anderem:

eine klare strategische Orientierung, schnellere Entscheidungen, lernfähige Organisationen, eine mutigere Führungskultur und die Fähigkeit, erfolgreiche Praktiken der Vergangenheit bewusst loszulassen.

"Das Ziel einer Transformation ist nicht, ein Unternehmen einmal von A nach B zu bringen. Das Ziel ist, ein Unternehmen zu bauen, das auch von B nach C kommt."

Damit verschiebt sich der Fokus von einzelnen Change-Projekten hin zu dauerhafter Anpassungsfähigkeit.

Warum Unternehmen manchmal zuerst etwas abschaffen müssen

Meyer beobachtet in seiner Beratungs- und Vortragstätigkeit ein wiederkehrendes Muster: Unternehmen suchen nach neuen Ideen, neuen Technologien und neuen Geschäftsmodellen, während sie gleichzeitig versuchen, möglichst wenig vom Bestehenden aufzugeben.

Das führt zu einer paradoxen Situation.

Immer mehr Projekte kommen hinzu. Die Organisation wird komplexer. Doch das Neue bekommt nicht genug Raum.

"Innovation entsteht nicht nur dadurch, dass man etwas Neues hinzufügt. Manchmal entsteht sie erst dadurch, dass man etwas Altes konsequent beendet."

Genau diesen Gedanken stellt Meyer auch in den Mittelpunkt seines Vortrags "Almabtrieb der heiligen Kühe - freier Blick auf die Zukunft".

Vom Vortrag bis zum persönlichen Sparring

Dr. Stephan Meyer bringt seine Perspektiven nicht nur als Keynote Speaker auf Unternehmensveranstaltungen, Führungstagungen und Kongresse. Er arbeitet auch im persönlichen Sparring mit Führungskräften, Unternehmern und Entscheidern.

Dabei verbindet er seine Erfahrung aus Change Management und Transformation mit seinem psychologischen Hintergrund.

"Unternehmen verändern sich nicht, weil eine Führungskraft eine neue PowerPoint-Folie zeigt. Sie verändern sich, wenn Menschen beginnen, anders zu denken, anders zu entscheiden und anders zu handeln."

Für Meyer liegt deshalb ein Teil der Lösung nicht in noch mehr Veränderungsprojekten, sondern in besseren Fragen.

Welche Annahmen halten wir für unantastbar?

Welche Kundenbedürfnisse haben sich verändert?

Welche Prozesse würden wir heute nicht mehr bauen?

Welche Produkte würden wir heute nicht mehr entwickeln?

Und welche "heilige Kuh" kostet uns bereits Geld, Geschwindigkeit oder Zukunft?

Über Dr. Stephan Meyer

Dr. Stephan Meyer, bekannt als "Doktor Change", ist Keynote Speaker, Change-Management-Experte, promovierter Betriebswirt und Psychologe. Seit mehr als 30 Jahren beschäftigt er sich mit Veränderung, Transformation, Innovation und der Psychologie von Veränderungsprozessen.

Er unterstützt Unternehmen, Führungskräfte und Entscheider dabei, eingefahrene Denkweisen zu hinterfragen, Veränderung strategisch zu gestalten und Organisationen zukunftsfähiger zu machen.

Als Keynote Speaker spricht Dr. Meyer unter anderem über Change Management , Transformation, Innovation, Psychologie und den Umgang mit Veränderungen.

Zitierfähige Kernaussagen von Dr. Stephan Meyer

"Das gefährlichste Wort in der Transformation ist nicht Nein. Es ist später."

"Man kann einen überholten Prozess noch so effizient machen. Dadurch wird er nicht automatisch zukunftsfähig."

"Eine heilige Kuh ist nicht deshalb heilig, weil sie richtig ist. Sie ist heilig, weil niemand mehr wagt, sie infrage zu stellen."

"Widerstand ist manchmal nicht die Bremse der Veränderung. Widerstand ist das Warnsignal, dass mit der Veränderung etwas nicht stimmt."

"Innovation entsteht nicht nur dadurch, dass man etwas Neues hinzufügt. Manchmal entsteht sie erst dadurch, dass man etwas Altes konsequent beendet."

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Herr Stephan Meyer
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8201 Paphos - Geroskipou
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web ..: https://jo.my/redner
email : office@stephanmeyer.com

Über Dr. Stephan Meyer - "Doctor Change"

Dr. Stephan Meyer ist seit über 30 Jahren in der digitalen Transformation und im Change Management aktiv - als CEO, Vorstandsmitglied, Mentor und Coach. Er hält einen Doktortitel in Betriebswirtschaft (University of Gloucestershire) sowie ein Diplom in Wirtschaftspsychologie (RWTH Aachen). Als Direktor der Almademey Ltd. berät er internationale Konzerne ebenso wie mittelständische Familienunternehmen. Zu seinen Kunden zählen Volkswagen, Audi, Daimler, PwC, Allianz, Zurich, Novartis, Sanofi, Evonik und E.ON. Er ist Co-Autor der Bücher "People, Culture & Communication" sowie "Digital Project Practice for New Work and Industry 4.0" und Gründer der Future Research Group auf LinkedIn. Er ist Dozent an der CIM Cyprus Business School in Fächern wie Change Management und Innovation.

Sein Vortragsprogramm umfasst mehrere Formate zu den Themen Wandel, Psychologie, Innovation und Zukunftsstrategie. Er hat bislang über 100 Veranstalter in 11 Ländern begeistert.

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