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Politik Für Wirtschaftsjournalisten

Ungenutzte Kompetenzen in Unternehmen: Wirtschaftskommission entwickelt Orientierungsrahmen für Vielbegabung

W Wirtschaftskommission für Transformation Deutschland 5 Min. Lesezeit · 914 Wörter · 38 Aufrufe Deutschland

Fachrat erarbeitet praxisorientierte Ansätze zur Identifikation und Nutzung von Kompetenzen jenseits bestehender Stellenprofile. Veröffentlichung bei Springer Gabler noch 2026 geplant.

Viele Unternehmen suchen qualifizierte Fachkräfte. Doch wie gut kennen sie die Fähigkeiten, die in den eigenen Reihen bereits vorhanden sind? Ein Fachrat der Wirtschaftskommission für Transformation Deutschland hat untersucht, wie Unternehmen Kompetenzen jenseits bestehender Stellenprofile systematischer erkennen und einsetzen können. Ergebnis ist ein Orientierungsrahmen für den betrieblichen Umgang mit Vielbegabung, der in der geplanten Springer-Gabler-Publikation "Vielbegabung in Unternehmen" vorgestellt werden soll.

München, 19. Oktober 2026. Unternehmen organisieren Arbeit über Funktionen, Verantwortlichkeiten und Kompetenzprofile. Das schafft Klarheit über Aufgaben und Zuständigkeiten, bildet aber nicht zwangsläufig das gesamte Kompetenzspektrum ihrer Mitarbeitenden ab. Besonders deutlich wird diese Grenze bei Menschen, deren Fähigkeiten und Interessen mehrere Fachgebiete umfassen und sich nicht ohne Weiteres einer einzelnen Funktion zuordnen lassen.

Für Unternehmen stellt sich damit eine praktische Frage: Wie können sie solche Kompetenzen erkennen und gezielt einsetzen, ohne bestehende Rollen und Verantwortlichkeiten aufzugeben?

Mit dieser Fragestellung hat sich der Fachrat "Vielbegabung in Unternehmen" der Wirtschaftskommission für Transformation Deutschland befasst. Ergebnis der Fachratsarbeit ist die bei Springer Gabler geplante Publikation _Vielbegabung in Unternehmen_, die einen Orientierungsrahmen für den betrieblichen Umgang mit Vielbegabung entwickelt.

Wenn Kompetenzen durch das Raster fallen

Für Menschen mit ausgeprägten Interessen und Fähigkeiten in mehreren Bereichen werden unterschiedliche Begriffe verwendet, darunter Multipotentialisten, Generalisten oder Scanner-Persönlichkeiten. Eine einheitliche Definition von Vielbegabung im Unternehmenskontext hat sich bislang jedoch nicht etabliert. Für Unternehmen erschwert das die praktische Einordnung: Welche Kompetenzen gilt es zu erkennen und anhand welcher Merkmale lassen sie sich identifizieren?

Der Fachrat hat Vielbegabung deshalb aus betrieblicher Perspektive untersucht: Wie lassen sich entsprechende Kompetenzen identifizieren und einordnen? Welche Aufgaben- und Organisationsformen eignen sich für ihren Einsatz? Wie lässt sich Vielbegabung in bestehende Instrumente der Personalentwicklung integrieren?

Die Referenzpublikation betrachtet Vielbegabung im Zusammenspiel von individuellen Kompetenzen, organisationalen Strukturen und betrieblichen Entscheidungsprozessen. Sie untersucht, welche Rolle Führung und Kommunikation dabei spielen und wie bestehende Organisationsmodelle den Einsatz unterschiedlicher Kompetenzen ermöglichen oder begrenzen. Praxisbeispiele aus verschiedenen organisationalen Kontexten ergänzen diese Perspektiven.

Damit bietet die Publikation Unternehmen eine Grundlage, um bestehende Instrumente der Personalentwicklung und Formen der Arbeitsorganisation daraufhin zu überprüfen, wie Fähigkeiten jenseits der aktuellen Stellenfunktion erkannt und gezielter eingesetzt werden können.

Sie richtet sich insbesondere an Geschäftsführungen, Personalverantwortliche, Talentmanager sowie Verantwortliche für Transformation und Organisationsentwicklung.

Zwischen festen Rollenprofilen und neuen Kompetenzanforderungen

Die Frage, wie Unternehmen Vielbegabung erkennen und nutzen können, reicht weit über das klassische Talentmanagement hinaus.

Gerade in Transformations- und Modernisierungsprozessen, in denen etablierte Arbeitsweisen hinterfragt und neue Technologien integriert werden müssen, gewinnen fachübergreifende Kompetenzen an Bedeutung: das Erkennen komplexer Zusammenhänge über Fachgrenzen hinweg, das Verbinden von Wissen aus unterschiedlichen Disziplinen und die Fähigkeit, dabei das Gesamtbild im Blick zu behalten. Die Publikation greift diese Anforderungen auch im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz auf und untersucht, welche Rolle Vielbegabung an der Schnittstelle zwischen Mensch, Technologie und organisationaler Verantwortung spielen kann.

Für Unternehmen stellt sich damit auch eine Frage der Arbeitsorganisation: Wie lassen sich klare Rollen und Verantwortlichkeiten mit der Möglichkeit verbinden, Kompetenzen über bestehende Funktionsgrenzen hinweg einzusetzen?

"Vielbegabung zu erkennen ist nur der erste Schritt. Entscheidend ist, ob Unternehmen diese Fähigkeiten auch nutzen können. Wenn wir Aufgaben und Karrierewege ausschließlich an bestehenden Stellenprofilen ausrichten, bleibt wertvolles Potenzial ungenutzt. Deshalb müssen wir nicht nur über Talentmanagement sprechen, sondern auch darüber, wie wir Arbeit organisieren."

Katrin Stigge, Mitherausgeberin der Publikation

Vom Fachrat zum Referenzwerk

An der Publikation haben 15 Expertinnen und Experten mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen mitgewirkt. Ihre Beiträge beleuchten Vielbegabung aus Perspektiven der Personalentwicklung, Führung, Kommunikation, Organisationsgestaltung und Technologie. Neben konzeptionellen Überlegungen werden unterschiedliche Praxiskontexte und alternative Modelle für die Organisation von Arbeit, Lernen und Verantwortung betrachtet.

Der Fachrat hat die Publikation im Mai 2026 verabschiedet. Das Werk befindet sich derzeit im Lektorat und soll noch 2026 bei Springer Gabler erscheinen.

Die Publikation steht beispielhaft für die Arbeitsweise der Wirtschaftskommission: Fachleute aus unterschiedlichen Disziplinen bringen ihre Expertise zusammen, entwickeln gemeinsame Lösungsansätze und machen die Ergebnisse ihrer Arbeit für Unternehmen und Fachöffentlichkeit zugänglich.

Über die Wirtschaftskommission für Transformation Deutschland

Die Wirtschaftskommission für Transformation Deutschland wurde 2022 von Dan Bauer gegründet. Sie bringt Expertise aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung zusammen, um Antworten auf zentrale Fragen der wirtschaftlichen Transformation zu entwickeln. Ihre Arbeit ist in drei thematische Cluster gegliedert: Digital & Technologie, Wirtschaft & Institutionen sowie Realwirtschaft. Aus der Arbeit der Fachräte entstehen je nach Fragestellung Whitepaper, Positionspapiere oder Referenzwerke, die Unternehmen, Verwaltung und Politik als Grundlage für Entscheidungen dienen sollen.

Die strategische Führung liegt beim Präsidium unter der Leitung von Dan Bauer. Zur Organisationsstruktur gehören außerdem Geschäftsstelle, Koordination und Kuratorium.

Weitere Informationen: https://www.wirtschaftskommission.de

Pressekontakt

Esther Müller
Corporate Communication (ext.)
Wirtschaftskommission für Transformation Deutschland
esther.mueller@wkom.org

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

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Herr Dan Bauer
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80333 München
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Die Wirtschaftskommission für Transformation Deutschland wurde 2022 von Dan Bauer gegründet. Sie entwickelt Antworten auf zentrale Fragen der Wirtschaft und Maßstäbe für die wirtschaftliche Transformation in Deutschland.

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