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Solar aufs Dach? Warum Ihre Stromrechnung Sie in die Irre führen kann

E Energiecheck Eigenheim 6 Min. Lesezeit · 1.236 Wörter · 28 Aufrufe Deutschland

Neue Zahlen zeigen: Der Ausbau von Solaranlagen auf Gebäuden kommt kaum voran. Bei der Planung kann der Energiebedarf mit Wärmepumpe und Elektroauto kräftig steigen, so der Energiecheck Eigenheim.

Köln, 20. Oktober 2026. Die Deutschen halten sich beim Bau neuer Solaranlagen auf ihren Dächern weiterhin zurück. Im September gingen nach den jüngsten Zahlen der Bundesnetzagentur rund 38.900 neue Photovoltaikanlagen auf Gebäuden ans Netz. Ihre Leistung summierte sich auf 554 Megawatt. Im Juli waren es noch 814 Megawatt gewesen. Insgesamt erreichte der deutsche Photovoltaikzubau im September nur 1.226 Megawatt, deutlich weniger als im August.

Was hinter der Zurückhaltung steckt, lässt sich aus diesen Zahlen allein nicht ablesen. Für Hauseigentümer, die über eine Solaranlage nachdenken, gibt die Antwort auf eine ganz praktische Frage mehr Sicherheit: Wie viel Strom wird mein Haus in Zukunft brauchen?

Denn wer heute eine Photovoltaikanlage bestellt, trifft eine Entscheidung für die nächsten 20 oder 30 Jahre. Die Grundlage dafür ist häufig eine Stromrechnung, die gerade einmal die vergangenen zwölf Monate abbildet.

Dass dies zu kurz greifen kann, zeigt eine Modellrechnung der Verbraucherplattform  Energiecheck Eigenheim . Drei Einfamilienhäuser haben heute denselben Stromverbrauch. Doch schon wenige Jahre später könnte der Bedarf in einem Haus nahezu dreimal so hoch sein wie im anderen.

Drei Häuser, eine Stromrechnung. Drei Szenarien.

Stellen wir uns drei Familien vor. Jede lebt im eigenen Haus, jede verbraucht 3.500 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Auch die Ausgangslage ist ähnlich: Das Dach eignet sich grundsätzlich für Photovoltaik, geheizt wird noch mit Gas.

Haus A: Alles bleibt, wie es ist.

Die Gasheizung ist noch relativ neu. Ein Elektroauto steht nicht auf dem Einkaufszettel. Auch sonst ändert sich wenig. Der Stromverbrauch bleibt bei rund 3.500 Kilowattstunden. Für die Familie kommt es bei der Solarplanung vor allem darauf an, wie viel der selbst erzeugten Energie sie im Alltag nutzen kann, was die Anlage kostet und welche Dachflächen sinnvoll sind.

Haus B: Die Heizung wechselt.

In zwei Jahren soll eine Wärmepumpe die Gasheizung ersetzen. Benötigt das Haus beispielsweise 12.000 Kilowattstunden Wärme im Jahr und erreicht die Wärmepumpe eine Jahresarbeitszahl von 4, braucht sie dafür rechnerisch 3.000 Kilowattstunden Strom.

Damit steigt der gesamte jährliche Strombedarf des Hauses von 3.500 auf etwa 6.500 Kilowattstunden. Die alte Stromrechnung bildet dann nur noch gut die Hälfte des künftigen Bedarfs ab.

Haus C: Die Heizung wechselt, das Auto auch.

Auch hier zieht eine Wärmepumpe ein. Zusätzlich ersetzt die Familie ihren Verbrenner durch ein Elektroauto. Bei 15.000 Kilometern Fahrleistung und einem angenommenen Strombedarf von 20 Kilowattstunden je 100 Kilometer, einschließlich Ladeverlusten, kommen weitere 3.000 Kilowattstunden hinzu.

Aus den bisherigen 3.500 Kilowattstunden werden in dieser Modellrechnung rund 9.500 Kilowattstunden im Jahr.

Alle drei Familien starten mit derselben Stromrechnung. Doch während Haus A bei 3.500 Kilowattstunden bleibt, hat Haus C künftig fast den dreifachen Bedarf.

Die Zahlen sind vereinfachte Modellannahmen von Energiecheck Eigenheim, basierend auf Durchschnittswerten, keine Messwerte realer Haushalte. Der tatsächliche Strombedarf hängt unter anderem von Dämmung, Heiztechnik, Fahrleistung und Fahrzeug ab.

Mehr Strombedarf heißt nicht automatisch: mehr Module

Die Versuchung liegt nahe, aus dem höheren Verbrauch gleich die passende Größe der Solaranlage abzuleiten. Doch so einfach ist es nicht.

Eine Photovoltaikanlage produziert vor allem dann viel Strom, wenn die Sonne hoch steht. Eine Wärmepumpe braucht dagegen besonders an kalten Wintertagen viel Energie. Auch ein Elektroauto nutzt dem eigenen Solardach wenig, wenn es tagsüber regelmäßig weit entfernt vom Haus parkt und erst abends zurückkommt.

Entscheidend ist deshalb nicht nur, wie viel Strom im Laufe eines Jahres gebraucht wird. Es kommt ebenso darauf an, wann dieser Strom benötigt wird und wie viel davon tatsächlich vom eigenen Dach stammen kann.

Ein Batteriespeicher kann überschüssigen Solarstrom vom Nachmittag in den Abend retten. Den Überschuss eines sonnigen Julitages kann ein üblicher Heimspeicher aber nicht bis zu einem frostigen Januarmorgen aufbewahren.

Hinzu kommt die Größe der nutzbaren Dachfläche. Eine größere Anlage kann auch bei niedrigem Eigenverbrauch wirtschaftlich sinnvoll sein, weil sie zusätzliche Erträge liefert und die Kosten je installiertem Kilowatt häufig geringer ausfallen. Die richtige Entscheidung ergibt sich deshalb erst aus dem Zusammenspiel von Dach, Strombedarf, Eigenverbrauch, Einspeisung und Investitionskosten.

Solarstrom wird häufiger im eigenen Haus verbraucht

Dass die Eigennutzung von Solarstrom an Bedeutung gewinnt, belegt auch das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. Nach einer im Dezember 2025 veröffentlichten Auswertung stieg der wirtschaftlich motivierte Eigenverbrauch von Photovoltaikstrom in Deutschland von 5,57 Terawattstunden im Jahr 2022 auf 12,28 Terawattstunden im Jahr 2024.

Zu den wichtigen Gründen gehören Batteriespeicher und die wachsenden Möglichkeiten, Solarstrom im Haus zu nutzen, etwa für Wärmepumpen, Klimaanlagen und Elektroautos.

Für Hauseigentümer bedeutet das: Eine Solaranlage ist längst nicht mehr nur ein Kraftwerk auf dem Dach. Sie kann Teil der gesamten Energieversorgung werden. Und diese verändert sich häufig schneller als die Anlage selbst.

Was Hauseigentümer vor dem Solarkauf klären sollten

Wer eine Photovoltaikanlage plant, sollte deshalb nicht allein auf die Stromabrechnung schauen. Mindestens fünf weitere Fragen gehören auf den Tisch:

Wie lange hält das Dach noch? Eine ohnehin anstehende Sanierung sollte vor der Montage geklärt sein.
Wie werde ich künftig heizen? Eine geplante Wärmepumpe verändert den Strombedarf erheblich.
Kommt ein Elektroauto hinzu? Dann ist wichtig, wie häufig es zu Hause und tagsüber laden kann.
Welche Dachflächen stehen zur Verfügung? Auch Ost- und Westdächer können wirtschaftlich sinnvoll sein.
Was soll ein Batteriespeicher leisten? Nicht die größte Kapazität zählt, sondern der tatsächliche Nutzen im Alltag.

Eine erste Orientierung bietet der kostenlose Energiecheck Eigenheim. Das redaktionelle Informationsangebot der Kölner infokontor GmbH betrachtet in sechs Fragen unter anderem Dach, Heizung, zusätzlichen Strombedarf und Modernisierungspläne.

Der Check dauert etwa eine Minute. Das Ergebnis erscheint unmittelbar, ohne Registrierung oder Eingabe persönlicher Kontaktdaten. Wer tiefer einsteigen möchte, findet auf der Website zudem den kostenlosen Leitfaden "Solarstrom vom eigenen Dach", einschließlich einer Checkliste mit 18 Fragen für den Angebotsvergleich.

Der Energiecheck ersetzt weder eine technische Prüfung noch eine individuelle Wirtschaftlichkeitsrechnung. Er soll Hauseigentümern helfen, die richtigen Fragen zu stellen, bevor aus einem ersten Angebot eine langfristige Investition wird.

Energiecheck und kostenloser Leitfaden:
https://energiecheck-eigenheim.de/

Redaktion
infokontor GmbH
Sonja Kittel / E-Mail: sk@infokontor.de / Tel.: +49 221 752 02 31 / www.infokontor.de

Über Energiecheck Eigenheim

Energiecheck Eigenheim ist ein redaktionelles Informationsangebot der infokontor GmbH in Köln. Die Plattform vermittelt Hauseigentümern verständliche Informationen zur Planung von Photovoltaik, Stromspeichern und weiteren Energielösungen. Für persönliche Energieberatungen arbeitet das Projekt mit Svea Solar Deutschland zusammen. Die Inanspruchnahme einer Beratung ist freiwillig und unabhängig von der Redaktion.

Quellen und Methodik

Bundesnetzagentur: Statistik zur Stromerzeugungsleistung erneuerbarer Energieträger, September 2026, vorläufige Werte, Datenstand 13. Oktober 2026.

Fraunhofer ISE: "Eigenverbrauch von Solarstrom steigt in Deutschland stark an", 4. Dezember 2025.

Verbraucherzentrale: "Photovoltaik: Was bei der Planung einer Solaranlage wichtig ist", Stand 2026.

Die Modellrechnung der drei Häuser wurde von der Redaktion Energiecheck Eigenheim erstellt. Sie dient zur Veranschaulichung unterschiedlicher künftiger Strombedarfe und enthält weder eine PV-Ertragssimulation noch eine Wirtschaftlichkeitsprognose.

Redaktionsstand: 19. Oktober 2026.

Weitere Informationen und Energiecheck: www.energiecheck-eigenheim.de

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

Energiecheck Eigenheim
Herr Wilfried Große-Berg
Bodinusstraße 1
50735 Köln
Deutschland

fon ..: 0221-7520250
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email : redaktion@infokontor.de

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Frau Sonja Kittel
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Energiecheck Eigenheim
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Original-Inhalt von Energiecheck Eigenheim und übermittelt von connektar.de Presseverteiler

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