Platonakademie(150), TFZ-Spezial: Wege der strengen Theorie des identischen Wechsels / Definition von „tot“ / Bezug Wikipedia: „Geist oder Materie? Leib oder Seele?“
Ein Wesen, das in der Zeit denkt und spricht, darf nach der GB nichts Geistartiges sein, das nicht aus Teilchen besteht (vgl. Gott), denn Existenz in der Zeit bedeutet Existenz als Universum oder als Teil davon (Pantheismus). Ein postulierter Geist müsste seinen Platz über der Unendlichkeit haben. Wahrscheinlich bleibt er vorwissenschaftliche Spekulation. Zum Materialismus im Lichte der Quantenphysik vgl. P.C.W.Davies, J.R.Brown, DER GEIST IM ATOM, Frankfurt 1993.
Nach der TFZ können sich leblose Dinge von lebenden (das Wasserglas von einer Eidechse) nur durch die Komplexität ihrer atomaren Struktur unterscheiden (s. PM(149)). Es ist nach PM(55) zweckmäßig, die Komplexität gemäß K = n(n-1)/2 quantitativ anzugeben, worin n die Zahl der vernetzten Teilchen ist. Für tot gilt dann ein Ding nur, wenn n = 1, K = 0 ist, wenn also jede Struktur fehlt. Ein Proton z.B. ist so etwas. K misst den größtmöglichen Beitrag aller intraaktiven Funktionen einer Struktur, die ein Objekt bei zunehmendem K als Lebewesen mit wachsendem Bewusstsein erscheinen lassen. Heranzuziehen sind PM(55) u. (68). Ursprung O, Subjekt und Ich sind in diesem Bild prinzipiell dasselbe.
Die mengentheoretische Argumentation besagt, dass die Koordinatenmenge der Struktur eines gegebenen Objekts zur Zeit T zugleich in einer unendlichen Universen-Teilmenge I (kurz UT I) existiert. Die unendlichfache Identität bewirkt die Unvergänglichkeit des Objekts. Gekennzeichnet ist die UT I durch die Gegenwart T des Objektes, das sich aber weiterentwickelt. Seine zeitlich unmittelbar nachfolgende Struktur gehört einer UT II mit neuer Gegenwart an. Die vergangene Ausgangs-Struktur gibt es dann zur Zeit T weiterhin noch als Ergebnis der Entwicklung eines anders woher kommenden Objekts, die sich mit dem betrachteten gerade jetzt (zwar nicht kausal sondern rein phänomenal) kreuzt und so „zufällig“ seine Vergangenheit abbildet. (Solche anderen Objekte durchlaufen ihrerseits zeitlich eine eigene UT-Sequenz.)
Kurz gesagt: Heraklits „Alles fließt“ gilt nicht nur für den Gegenwartspunkt T des Subjekts, sondern auch für die von ihm identisch besetzte UT. Und: Die UT sind das ewig unvergängliche Ideenreich Platons.
Die Identität des Objektes in den UT hat nach PM(149) wegen PM(87) seine Besonderheit darin, dass die identischen Elemente (Universen) der UT mit unserem Universum deckungsgleich sind, weil Entfernungen zu anderen Universen nach PM(87) nicht gegeben sind. Doch gibt es noch einen zweiten Grund für die Nullsetzung der Entfernung anderer Universen: Punkte außerhalb des TFZ-Universums haben nämlich nach R* = cT Überlichtgeschwindigkeit, während vergleichbare Entfernungsangaben eindeutiges c voraussetzen. Daraus folgt, dass jeder für uns physikalisch reale Ort (Punkt) eines anderen TFZ-Universums in unserem Universum liegen muss.
Alle Wandlungen finden also in uns statt, verborgen in der als Gaußsche Glockenkurve darzustellenden Unschärfe der EZ. Die Grundlage der Identitätslehre der UO wird an Hand konkreter Beispiele anschaulich: Zerbricht ein Wasserglas, so zerbricht es zwar in unendlich vielen Universen von unendlich vielen UT zur selben Zeit T, in anderen unendlich vielen UT jedoch nicht zur selben Zeit. Dort existiert seine Ausgangsstruktur verschieden lang weiter, und dann gilt dasselbe analog. Ein lebendiges Objekt (Lebewesen) unterliegt natürlich derselben Gesetzmäßigkeit. Es bemerkt dies nicht. Im Grund leben wir zu jedem nachfolgenden Gegenwartspunkt in einer anderen Teilmenge, und dieser Übergang der Identität ist im Wesen nichts anderes als der identische Wechsel, den das Ich beim sog. Tod vollzieht, nur dass dieser eine spektakuläre Note bekommt, weil die Zeitgenossen einen Leichnam begraben, der in anderen UT, wo die Komplexität seiner Funktionen nicht zusammenbrach, keiner ist.
Resümee.
Schauen wir die Sache nicht von der Seite der Komplexität des Lebens an, sondern von der Seite der Zerstörung der (funktionalen) Komplexität, so wird klar, dass der Begriff des Todes eine naive, vorwissenschaftliche Wirklichkeitsdeutung ist. Zu den nicht allzuweit von der Wirklichkeit entfernten Spekulationen gehört der Monotheismus mit dem Glauben an ein Weiterleben an der Seite eines Gottes. Die historische Zeit, in der der Tod so (oder als Nichtmehr-Sein) angesehen werden musste, reicht bis ins 20 Jh. Erst da beginnt die Biologie zu begreifen, dass sie die Wissenschaft von der Komplexität der Strukturen ist, und beileibe nicht alle Biologen sind heute auf diesem Stand, was durch ihre Interpretation der Evolution deutlich wird (PM(99)). Die UO erlauben nun den Beweis: Der Tod eines Lebewesens führt uns lediglich vor Augen, was in diesem Universum geschieht. Der betroffene Organismus lebt zwar in unendlich vielen UT weiter, und trotzdem in seinem eigenen Universum an genau dem Ort, wo seine Zeitgenossen seinen Tod beobachten, offenbar mit einer sehr elementaren Zeitverschiebung.
___________________
Portrait der Platonakademie
Die 1995 erneuerte Platon-Akademie (PA) versteht sich als Fortsetzung und Abschluss der antiken. Sie versucht, im naturwissenschaftlich widerspruchsfreien Konsens die richtige Antwort auf die von Platon gestellten Fragen nach der Herkunft der Naturgesetze und nach der besten Gesellschaftsform zu finden. Sie strebt keinen juristischen Status an (Verein etc.). Die PA wurde 529 von der Kirche wegen weltanschaulicher Konkurrenz verboten.
Leitung: Anton Franz Rüdiger Brück, geb. 1938, Staatsangehörigkeit Deutsch. Humanistisches Gymnasium. Hochschulstudien: Physik, Mathematik, Philosophie, Pädagogik. Ausgeübter Beruf: Bis 2000 Lehrer im Staatsdienst. Mail: platonakademie(at)aol.de
Original-Inhalt von Platon-Akademie