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Manila: Kinderschutzeinrichtung für missbrauchte Kinder stößt an Kapazitätsgrenzen

V Vision Help International Care Foundation 6 Min. Lesezeit · 1.162 Wörter · 28 Aufrufe

In den Kinderschutzeinrichtungen einer deutschen Hilfsorganisation in Manila steigt die Zahl aufgenommener Missbrauchsopfer, die vorhandenen Plätze reichen nach Angaben der Einrichtung nicht mehr aus.

Die Zahl der aufgenommenen Missbrauchsopfer in mehreren Kinderschutzeinrichtungen auf den Philippinen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Träger ist die 2011 gegründete Vision Help International Care Foundation (VHICF) mit deutschen Wurzeln, die in und um Manila zwei stationäre Heime sowie eine Tagesbetreuung unterhält. Rund 160 Mädchen und Jungen werden dort derzeit versorgt. Ein großer Teil von ihnen war vor der Aufnahme misshandelt oder ausgebeutet worden, manche waren erst vier Jahre alt und hatten schwere körperliche Verletzungen erlitten. Weil die vorhandenen Plätze nicht mehr ausreichen, plant die Organisation einen Neubau im Kinderdorf.

Kinderarmut prägt den Alltag vieler Kinder in Manila

In der philippinischen Hauptstadt liegen Wohlstand und bittere Not dicht beieinander. Zwischen Hochhäusern und Einkaufszentren erstrecken sich Armenviertel, in denen ganze Familien vom Sammeln und Verwerten von Abfall leben. Auf der bekannten Mülldeponie im Stadtteil Tondo suchen Kinder nach verwertbaren Resten, statt zur Schule zu gehen. Nach Angaben von Hilfsorganisationen lebt auf den Philippinen etwa jedes dritte Kind unterhalb der Armutsgrenze. Diese Kinderarmut ist eng mit Unterernährung, fehlender Bildung und einem hohen Risiko für Gewalt und Ausbeutung verbunden.

Vielen Familien fehlt das Nötigste. Während die Eltern nach Nahrung oder verwertbaren Gegenständen suchen, bleiben die Kinder oft sich selbst überlassen. In einem solchen Umfeld geraten sie leicht in die Hände von Menschenhändlern oder werden Opfer sexueller Ausbeutung. Fachleute verweisen zudem auf den wachsenden Online-Missbrauch, bei dem Täter aus dem Ausland Übergriffe gegen Kinder in Auftrag geben und per Videoübertragung verfolgen.

Auf welchen Wegen die Kinder in die Heime gelangen, ist unterschiedlich. Manche werden von der Sozialbehörde nach einer Rettung aus Bordellen oder aus dem Umfeld von Menschenhändlern übergeben. Andere lassen Mütter kurz nach der Geburt in Krankenhäusern zurück, weil sie das Neugeborene nicht versorgen können. Wieder andere stammen aus Familien, die durch Krankheit, Sucht oder Gewalt zerbrochen sind. Gemeinsam ist den meisten, dass sie bei der Ankunft gesundheitlich geschwächt und seelisch belastet sind.

Schutzeinrichtungen an der Kapazitätsgrenze

Bei der VHICF finden betroffene Kinder in zwei Heimen und einer Tagesstätte Zuflucht. Die steigende Zahl der Aufnahmen bringt die Einrichtungen inzwischen an ihre Grenzen.

Zwei Heime und eine Tagesbetreuung

Das Angebot verteilt sich auf mehrere Orte in der Region Manila.

- Im "House of Hope" in Antipolo werden Säuglinge und Kleinkinder im Alter von null bis vier Jahren rund um die Uhr versorgt.
- Im "Village of Hope" in Morong, einem Kinderdorf mit eigener Schule, wachsen ältere Kinder und Jugendliche in familienähnlichen Gruppen auf.
- In einer Tagesstätte im Armenviertel Tondo erhalten unterernährte Kinder Mahlzeiten und eine medizinische Grundversorgung.

An den Standorten arbeiten rund 52 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie kümmern sich um Erziehung, Unterricht, Gesundheit und die tägliche Versorgung der Kinder.

Betreuung von der Kleinkindphase bis zur Selbstständigkeit

Die Aufnahme folgt einem festen Ablauf. Kleinkinder kommen zunächst ins "House of Hope", wo die medizinische und emotionale Grundversorgung im Vordergrund steht. Ältere Mädchen und Jungen leben im Kinderdorf, gehen zur Schule und werden begleitet, bis sie eine Ausbildung oder ein Studium beginnen. Neben Unterkunft und Verpflegung gehören ärztliche Behandlung, psychologische Betreuung und Seelsorge zum Alltag. Ziel ist es, den Kindern zu helfen, erlebte Gewalt zu verarbeiten und Schritt für Schritt ein eigenständiges Leben aufzubauen. Der Unterricht in der eigenen Schule richtet sich nach dem philippinischen Lehrplan, sodass die Jugendlichen anerkannte Abschlüsse erreichen. Ältere Bewohnerinnen und Bewohner bekommen Hilfe bei der Berufsorientierung und bei der Vorbereitung auf ein Leben außerhalb der Einrichtung.

Enge Abstimmung mit den Behörden

Die Unterbringung erfolgt in Zusammenarbeit mit der philippinischen Sozialbehörde DSWD, die Kinder aus gefährlichen Situationen vermittelt. Diese Kooperation stellt sicher, dass die Aufnahme rechtlich abgesichert ist. In der Region Zentral-Luzon arbeitet die Organisation zudem mit dem lokalen Partner Nehemiah Christliches Hilfswerk zusammen. Die Lage der staatlichen Stellen beschreibt der Gründer als angespannt.

"Die Behörden haben selbst kaum eine Möglichkeit zu handeln. Helfen wir den Kleinen nicht, tut es keiner", sagt Carsten Aust, Gründer der VHICF.

Nach Einschätzung von Fachleuten fehlt es den staatlichen Stellen an Personal und an Unterbringungsplätzen, um alle gefährdeten Kinder aufzunehmen. Private und kirchliche Träger füllen deshalb einen Teil dieser Lücke. Der beschriebene Anstieg der Fälle deckt sich mit Beobachtungen internationaler Organisationen, die seit Jahren vor einer Zunahme des Kindesmissbrauchs in der Region warnen.

Geplanter Neubau und Wege der Unterstützung

Um mehr Kinder aufnehmen zu können, plant das Hilfswerk einen Erweiterungsbau im Kinderdorf. Der Neubau soll zusätzliche Wohnplätze und Betreuungsräume schaffen und damit einen Aufnahmestopp verhindern, der bei voller Belegung droht. Bis dahin muss das Team die vorhandenen Räume enger belegen. Ein genauer Fertigstellungstermin steht noch nicht fest, die Finanzierung hängt von Spenden ab. Für den laufenden Betrieb und für den geplanten Bau ist die Einrichtung dauerhaft auf Unterstützung aus dem In- und Ausland angewiesen. Diese ist auf mehreren Wegen möglich.

- Über eine Kinderpatenschaft übernehmen Förderinnen und Förderer regelmäßig einen Teil der Kosten für Betreuung, Ernährung und Bildung eines Kindes.
- Einmalige Spenden fließen in den Bau, die medizinische Versorgung und den laufenden Betrieb.
- Freiwillige können vor Ort in den Projekten mitarbeiten.

Die Stiftung appelliert an private Spenderinnen und Spender sowie an Unternehmen, die Arbeit langfristig mitzutragen. Nur mit verlässlichen Mitteln lasse sich verhindern, dass Kinder wegen fehlender Plätze abgewiesen werden müssten.

Über das Kinderhilfswerk

Die Vision Help International Care Foundation ist eine 2011 gegründete gemeinnützige Charity mit Sitz in Manila. Gründer Carsten Aust lebt seit Mitte der 1990er-Jahre vor Ort. Die Organisation betreibt Schutzeinrichtungen für missbrauchte, verwaiste und ausgebeutete Kinder sowie Programme in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Ernährung. Die deutsche Trägerstiftung ist im niedersächsischen Delmenhorst eingetragen, die Verwaltung für Anfragen aus Deutschland sitzt im hessischen Gedern. Unterstützung der Arbeit ist über Spenden, eine Kinderpatenschaft oder freiwilliges Engagement möglich.

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

Vision Help International Care Foundation
Herr Carsten Aust
Lessingstraße 25
63688 Gedern
Deutschland

fon ..: +491751267880
web ..: https://vhicf.org/de/dsgvo/
email : pr@vision-help-stiftung.de

Vision Help International Care Foundation ist ein international tätiger gemeinnütziger Verein, der vor allem in den Philippinen benachteiligte Gemeinschaften durch medizinische Einsätze, Katastrophenhilfe, Bildungs- und Betreuungsprojekte unterstützt. Dabei legt die Organisation besonderen Wert auf Kinderschutz, Opfer von Ausbeutung und Menschenhandel, und bietet betreute Kinderhäuser, Bildungs- und Patenschaftsprogramme als langfristige Perspektive. Die Vision lautet "We are Vision Help, help us save lives" - ein Aufruf zur gemeinsamen Verantwortung für eine Zukunft ohne Ausgrenzung, Gewalt und Armut.

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Original-Inhalt von Vision Help International Care Foundation und übermittelt von connektar.de Presseverteiler

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