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Kölner Start-up CRCL hält nicht recycelbare Altkleider mit Apatura im industriellen Kreislauf

I infokontor GmbH 4 Min. Lesezeit · 749 Wörter · 36 Aufrufe Deutschland

CRCL entwickelt industrielle Verwertungswege für Textilien, die bisher nicht recycelt werden können.

Köln, 20. August 2026 - Rekordhitze, anhaltende Dürre und großflächige Waldbrände führen Europa im Sommer 2026 erneut vor Augen, wie vehement und unmittelbar die Folgen der Klimaerwärmung inzwischen Wirtschaft und Gesellschaft treffen. Niedrige Pegelstände an exponierten Wasserstraßen belasten Landwirtschaft, Energieversorgung und Gütertransport.
Die aktuellen Ereignisse machen mehr als deutlich: Klimaschutz ist nicht allein eine Frage der Energieversorgung. Auch der industrielle Umgang mit Rohstoffen entscheidet darüber, wie viele Treibhausgasemissionen entstehen und wie widerstandsfähig die europäische Wirtschaft gegenüber Ressourcenknappheit und gestörten Lieferketten ist.

Genau hier setzt CRCL an. Das Kölner Start-up entwickelt industrielle Verwertungswege für Textilien, die bisher nicht recycelt werden können. Statt Alttextilien zu verbrennen oder zu deponieren, verarbeitet CRCL sie mithilfe eines Verfahrens zu Apatura, einem kreislauffähigen Werkstoff für neue Produkte. Durch diesen Prozess können nicht nur wertvolle Ressourcen im industriellen Kreislauf gehalten, sondern auch CO₂-Emissionen vermieden werden - die thermische Verwertung einer Tonne Altkleider verursacht rund 2,5 Tonnen CO₂. Jede Tonne Alttextilien, die stattdessen mechanisch verwertet wird, leistet somit einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz.
"Die aktuellen Klimaereignisse in Europa zeigen, dass eine grundlegende Veränderung im Umgang mit Ressourcen notwendig ist", fordert Lars Conzendorf, verantwortlich für Business Development und Marketing bei CRCL. "Wenn Rohstoffe mit hohem Energie-, Wasser- und Materialaufwand hergestellt wurden, dürfen sie am Ende ihres Lebenszyklus nicht einfach aus dem Wirtschaftskreislauf verschwinden. Unser Ansatz ist deshalb, Textilabfälle in eine wertvolle Ressource umzuwandeln."

EU-Vernichtungsverbot markiert einen Wendepunkt

Eine zusätzliche Dynamik entsteht durch die neue europäische Vorgabe. Seit dem 19. Juli 2026 dürfen große Unternehmen in der EU unverkaufte Bekleidung, Bekleidungsaccessoires und Schuhe grundsätzlich nicht mehr vernichten. Die Regelung betrifft zunächst nur unverkaufte Neuware und ist damit kein generelles Verbrennungsverbot für Alttextilien.
Sie setzt jedoch ein wichtiges Signal für die gesamte Branche: Die lineare Logik aus Produktion, kurzem Gebrauch und Entsorgung verliert politisch und wirtschaftlich an Akzeptanz.

CRCL schließt eine technologische Lücke

Eine der größten Herausforderungen sind Mischtextilien. Kleidungsstücke bestehen häufig aus Kombinationen von Baumwolle, Polyester, Polyamid oder Elasthan. Diese Materialvielfalt erschwert eine sortenreine Trennung und begrenzt die Einsatzmöglichkeiten klassischer Recyclingverfahren. CRCL konzentriert sich gezielt auf solche schwer verwertbaren Materialströme. Geeignete Alttextilien werden aufbereitet und zu Apatura verarbeitet. Das Granulat ersetzt Kunststoffneuware in industriellen Anwendungen, beispielsweise in der Möbel-, Garten- und Automobilindustrie. Aus den daraus hergestellten Produkten kann am Ende ihrer Nutzung erneut Apatura entstehen.
Lauritz Schmidt, verantwortlich für Forschung und Entwicklung bei CRCL, erklärt: "Die entscheidende technologische Aufgabe besteht darin, auch Mischfasern industriell nutzbar zu machen. Mit Apatura schaffen wir dafür einen neuen Werkstoff und erhalten den Wert der eingesetzten Ressourcen."

CRCL verbindet Klimaschutz und industrielle Resilienz

Die Ausrichtung von CRCL folgt einem klaren Grundsatz: Abfallströme sollen zu verlässlichen Rohstoffströmen für die Industrie werden. Damit adressiert das Unternehmen mehrere Herausforderungen zugleich. Die stoffliche Nutzung vermeidet die unmittelbare Vernichtung von Materialien, reduziert die Abhängigkeit von fossiler Kunststoffneuware und ermöglicht Unternehmen, textile Abfallströme nachvollziehbar und wirtschaftlich nutzbar zu machen.
Das gewinnt auch jenseits gesetzlicher Pflichten an Bedeutung. Steigende Rohstoffpreise, wachsende Berichtspflichten und strengere Anforderungen an die Herkunft und Verwertung von Materialien erhöhen den Handlungsdruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

"Die Transformation der Textilwirtschaft entscheidet sich nicht an Nachhaltigkeitsversprechen, sondern an funktionierenden Materialkreisläufen", sagt Timur Oruz, verantwortlich für Business Growth und Public Relations bei CRCL. "Wir stehen mit unserem Unternehmen dafür, textile Abfälle zum Ausgangspunkt neuer industrieller Wertschöpfung zu machen."
Angesichts von Klimaerwärmung, Wasserknappheit und wachsenden Ressourcenrisiken wird Kreislaufwirtschaft damit zu mehr als einer Umweltstrategie. Sie ist eine Voraussetzung für eine klimafreundliche, wettbewerbsfähige und widerstandsfähige europäische Industrie.

Über die CRCL GmbH
CRCL ist ein Kölner Start-up für textile Kreislaufwirtschaft mit dem Anspruch, lineare Geschäftsmodelle in der Industrie durch wirtschaftlich tragfähige Zirkularität zu ersetzen. Das Unternehmen arbeitet entlang der textilen Wertschöpfungskette und entwickelt Lösungen, um Rohstoffe im Kreislauf zu halten, Ressourcen zu schonen und die Verbrennung von Textilien dauerhaft zu reduzieren.

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Sonja Kittel / E-Mail: sk@infokontor.de / Tel.: +49 221 752 02 31 / www.infokontor.de

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