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Wissenschaft/Forschung Für Wirtschaftsjournalisten

Global-Mobility-Studie: Beim Auslandsjob ist Lebensqualität wichtiger als die Karriere

I INITIATIVE auslandszeit 7 Min. Lesezeit · 1.474 Wörter · 56 Aufrufe Deutschland

Die große Auslandsjob-Umfrage 2025/2026 macht deutlich: Viele wollen raus aus Deutschland! Sie suchen neue Erfahrungen und gute Lebensqualität im Ausland.

Die Global-Mobility-Studie 2025/26 zeigt einen neuen Trend: Wer zum Auslandsjob aufbricht, sucht heute mehr als nur eine berufliche Veränderung oder den Sprung nach oben auf der Karriereleiter. Interessierten geht es bei der Arbeit im Ausland vor allem darum, neue Erfahrungen und mehr Lebensqualität zu gewinnen. Das sind die Ergebnisse der neuen Global-Mobility-Studie 2025/2026 des Jobportals Auslandsjob.de und der INITIATIVE auslandszeit. Die Umfrage fand zwischen Dezember 2025 und Mai 2026 auf dem Jobportal Auslandsjob.de und den Plattformen der INITIATIVE auslandszeit statt. Insgesamt wurden 1.588 Personen zu ihren Motiven für berufliche Mobilität ins Ausland befragt. Die komplette Auswertung gibt es auf https://www.auslandsjob.de/ueber-uns/studien/auslandsjob-studie-umfrage-2025-2026/

Gesucht wird ein anderes Leben mit attraktiver Work-Life-Balance laut Global-Mobility-Studie

In der Global-Mobility-Studie wird deutlich: Wer heute einen Auslandsjob sucht, möchte nicht nur eine berufliche Veränderung, sondern ein anderes Leben. Nur noch rund 16 Prozent der Auslandsjob-Interessierten nennen daher den Lebenslauf und die Karriere als entscheidendes Motiv für ihren Schritt ins Ausland. Deutlich wichtiger ist das Kennenlernen neuer Kulturen (56 Prozent), eine attraktive Work-Life-Balance (54 Prozent) und der Wunsch nach einem Tapetenwechsel (45 Prozent).

Die aktuelle Erhebung ist bereits die dritte Studie nach 2022/23 und 2024/25. Der Langzeitvergleich macht eine Entwicklung deutlich: Der Wunsch, mit einem Job im Ausland vor allem das eigene Leben zu verändern und neue Erfahrungen zu sammeln, gewinnt weiter an Bedeutung, während klassische Karriereziele als Motiv zunehmend in den Hintergrund treten.

Der Trend weg von der Karriere und hin zum Leben im Ausland verstärkt sich von Studie zu Studie seit 2022. Die vollständige Auswertung der Studie umfasst neben dem Langzeitvergleich der drei Erhebungen nun auch konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Arbeitgeber, die internationale Fach- und Arbeitskräfte gewinnen möchten.

Auslandsleben statt Auslandsjob: Der Job ist nur Mittel zum Zweck

Für fast drei Viertel der Befragten (73 Prozent) ist der Auslandsjob in erster Linie ein Mittel zum Zweck, um im Ausland leben zu können. Dazu passt die geplante Dauer: 33 Prozent wollen für immer auswandern - die stärkste Einzelantwort und ein klarer Anstieg gegenüber der Vorgängerstudie (29 Prozent). Insgesamt planen 54 Prozent einen Aufenthalt von über einem Jahr oder für immer. Nur 38 Prozent würden den Schritt davon abhängig machen, im Ausland finanziell besser gestellt zu sein. Die Mehrheit ginge auch dann, wenn unterm Strich weniger Geld übrigbleibt.

Die Nachfrage ist dabei alles andere als vage: Fast 79 Prozent der Befragten suchen aktuell aktiv nach einem Auslandsjob. Dabei wollen 39 Prozent sofort oder innerhalb von drei Monaten starten. Das Karrieremotiv ist über die drei Erhebungswellen dagegen deutlich gefallen: von 27 über 26 auf 16 Prozent. Ein Grund dafür könnte die allgemeine Unzufriedenheit mit der Politik und wirtschaftliche Lage im Land sein. Denn für rund 35 Prozent ist "einfach raus aus Deutschland" ein entscheidender Grund für den Schritt ins Ausland. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar fast 39 Prozent.

Wo lebt es sich am besten? Spanien auf Höhenflug, die USA & Großbritannien auf Talfahrt, Australien füllt Lücke: Ländertrends in Global-Mobility-Studie

Wohin die neue Priorität führt, zeigt der Blick auf die Wunschländer. In Europa baut Spanien seinen Vorsprung laut der drei Erhebungen kontinuierlich aus - von 31 über rund 34 auf jetzt fast 44 Prozent - und Südeuropa belegt mit Spanien, Portugal (24 Prozent), Italien (21 Prozent) und Griechenland (19 Prozent) die ersten vier Plätze unter den europäischen Zielländern.

Großbritannien setzt dagegen seinen Sinkflug fort: Bereits in der vorherigen Umfrage rutschte das Land von Rang 2 auf Rang 7 ab, von 17 auf 13 Prozent, jetzt sind es noch 11 Prozent. Auch die nordischen Länder fallen zurück.

Die auffälligste Einzelbewegung der Studie gibt es aber außerhalb Europas: Australien (28 Prozent) löst die USA erstmals als beliebtestes außereuropäisches Zielland ab. Die USA fallen vom 1. auf den 4. Platz - im Langzeittrend von 31 Prozent (2022/23) über 25 Prozent (2024/25) auf nur noch unter 19 Prozent.

"Der Rückfall der USA von Platz 1 auf Platz 4 ist die auffälligste Einzelbewegung dieser Studie. Wir führen ihn in erster Linie auf die politische Entwicklung im Land zurück", erklärt Frank Möller, Gründer & Geschäftsführer der INITIATIVE auslandszeit. Die Signale der Trump-Administration in Richtung Zuwanderung seien schließlich unmissverständlich. Zudem hätten Berichte über Probleme bei der Einreise - auch von deutschen Staatsbürgern - dem Image zusätzlich geschadet, sagt Möller. "Ein Arbeitsmarkt lebt aber davon, dass Menschen sich willkommen fühlen. Wer dieses Gefühl verliert, verliert Bewerbungen - und Australien hat die Lücke prompt gefüllt."

Gibt es im Ausland Hürden zu bewältigen? Sicherheit geht vor

Bei den Hürden zeigt sich das gleiche Muster wie in den Vorjahren: Unterkunft und Ankommen (46 Prozent) sowie der Planungs- und Bürokratieaufwand (44 Prozent) halten die Menschen zurück, wobei der Bürokratieaufwand gegenüber der vorherigen Umfrage von rund 40 Prozent deutlich zugelegt hat. Fehlende fachliche Qualifikation nennen dagegen nur knapp 19 Prozent, der niedrigste Wert im Feld. Sicherheit ist dabei der größte Konsens der Studie: Fast 96 Prozent ist es wichtig, in einem Land zu leben und zu arbeiten, in dem sie sich sicher fühlen.

Neu in der dritten Global-Mobility-Studie: Was Arbeitgeber jetzt tun können!

Erstmals leitet die Studie daraus konkrete Handlungsempfehlungen für Recruiting und Mitarbeiterbindung ab. Der größte Wunsch der Befragten an ihre Arbeitgeber ist der Wunsch, für die Auslandszeit gar nicht kündigen zu müssen. Etwas über 85 Prozent der Befragten fänden einen deutschen Arbeitgeber attraktiver, wenn sie innerhalb ihrer Anstellung für eine gewisse Zeit im Ausland arbeiten könnten. Darin liegt eine Chance, im Wettbewerb um international mobile Fachkräfte zu punkten. Bislang setzen Arbeitgeber sie nur zögerlich um.

"Immer mehr Menschen fragen uns: Muss ich wirklich kündigen, um im Ausland zu arbeiten? Das berichtet Frank Möller von der INITIATIVE auslandszeit. "Die Antwort ist oft nein, sofern die rechtlichen Rahmenbedingungen stimmen und Arbeitgeber bereit sind, neue Wege zu gehen. Unsere Studie belegt: Dieser Wunsch ist ein Auftrag an HR-Verantwortliche. Employer-of-Record-Konzepte Konzepte (EoR), bei denen vertraglich im Ausland für den bestehenden Arbeitgeber weitergearbeitet wird, sind der Schlüssel. "Bring your Boss" lautet hierfür unser interner Arbeitstitel in Bezug auf Auslandsjobber, die ihren bestehenden Arbeitgeber bzw. ihr Angestelltenverhältnis ebenfalls ins Ausland relocaten," so Möller

Handlungsempfehlungen der Global-Mobility-Studie

Die erste Handlungsempfehlung der Studie setzt genau hier an: Arbeitgeber sollten zuerst den individuellen Mobilitätswunsch klären. Geht es um einige Wochen Workation, um Remote Work aus dem Ausland oder um einen dauerhaften Wechsel? Erst danach sollten sie das passende Modell wählen. Die weiteren Empfehlungen zu Stellenanzeigen, zur Begleitung bis zum Ankommen im Zielland und zur regelmäßigen Überprüfung eigener Recruiting-Annahmen stehen in der Vollversion der Global-Mobility-Studie.

Die wichtigsten Ergebnisse der Global-Mobility-Studie

● Lebensqualität schlägt Karriere: Die drei stärksten Motive sind lebensweltlich: Kulturen und Sprachen (56 Prozent), Work-Life-Balance (54 Prozent), Tapetenwechsel (45 Prozent). Karriere: nur 16 Prozent.

● Auslandsleben statt Auslandsjob: 73 Prozent sehen den Job als Mittel zum Zweck; 33 Prozent wollen für immer auswandern; nur 38 Prozent knüpfen den Schritt an finanzielle Besserstellung.

● "Raus aus Deutschland" spielt eine Rolle: Für 35 Prozent ist es ein entscheidendes Motiv - bei den unter 30-Jährigen sind es 39 Prozent.

● Spanien und Australien sind die Top-Destinationen: Spanien führt in Europa mit 44 Prozent, Australien übernimmt mit 28 Prozent die Spitze außerhalb Europas - die USA fallen auf Rang 4 (19 Prozent).

● Arbeitgeber-Chance: 85 Prozent fänden ihren deutschen Arbeitgeber attraktiver, wenn zeitweises Arbeiten aus dem Ausland möglich wäre.

Alle Prozentangaben wurden mathematisch gerundet.

Mehr zur Auslandsjob Global-Mobility-Studie

Weitere Informationen zur aktuellen Global-Mobility-Studie, Infografiken sowie ausführliche Informationen zu Trends in der internationalen Arbeitsmobilität sowie auf Anfrage die komplette Studienauswertung gibt es auf der Homepage von Auslandsjob.de

Pressekontakt: Frank Möller, INITIATIVE auslandszeit GmbH, Berliner Str. 36, 33378 Rheda-Wiedenbrück, Tel.: +49 (0) 5242 405434 1, E-Mail: frank@auslandsjob.de , https://www.auslandsjob.de

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Herr Frank Möller
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email : frank@auslandsjob.de

Auslandsjob.de ist seit 2004 eine der führenden deutschen Plattformen für internationale Jobs, Work and Travel und Arbeitsmöglichkeiten im Ausland. Ziel ist es, Menschen unkompliziert, transparent und sicher den Weg zum Arbeiten im Ausland zu ermöglichen und aktuelle Global-Mobility-Trends durch regelmäßige Studien zu erheben.

Auslandsjob.de ist Teil der INITIATIVE auslandszeit GmbH, die regelmäßig Trends und Motivationen im Bereich internationaler Jugend- und Arbeitsmobilität erfasst und seit über 20 Jahren vielfältige Wege ins Ausland für Schüler, Studenten sowie Arbeitnehmer aufzeigt und ermöglicht. Mit über 100.000 begleiteten Auslandszeitlern und Auslandsjobbern gehört die INITIATIVE auslandszeit zu den führenden Netzwerken in Deutschland für internationale Arbeitsmobilität.

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Frau Beatrix Polgar-Stüwe
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