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FARO kehrt zurück - ein historisches Kartenspiel neu aufgelegt

I ISA-Guide 7 Min. Lesezeit · 1.304 Wörter · 42 Aufrufe Deutschland

FARO kehrt zurück: Die Premium-Edition bringt das historische Kartenspiel mit Originalvorlagen um 1810 wieder auf den Spieltisch.

Heute darf ich Ihnen ein Spiel vorstellen, das Leserinnen und Lesern von "Die ewige Wette - Geschichte des Glücksspiels" bereits begegnet sein dürfte: FARO.

Im Buch und E-Book taucht das historische Kartenspiel mehrfach auf. Kein Zufall, denn FARO gehörte über Jahrhunderte zu den bekannten Kartenspielen Europas und Nordamerikas. Es wurde an Fürstenhöfen gespielt, fand seinen Weg in deutsche Spielbanken, gehörte später zum festen Bild des amerikanischen Wilden Westens und hielt sich sogar noch bis weit ins 20. Jahrhundert in Nevada.

Nun kehrt FARO zurück auf den Spieltisch - in einer eigens entwickelten Premium-Edition.

Von Pharaon über Pharo zu FARO

Die Geschichte des Spiels führt nach Frankreich. Dort ist es gegen Ende des 17. Jahrhunderts unter der Bezeichnung Pharaon nachweisbar. Als erste schriftliche Erwähnung wird das Jahr 1688 genannt. FARO entwickelte sich aus dem älteren Basset beziehungsweise Bassetta, einem Spiel mit italienischen Wurzeln, das im 17. Jahrhundert auch in Frankreich große Verbreitung fand.

Mit der Verbreitung des Spiels änderte sich auch sein Name. Aus dem französischen Pharaon wurden je nach Land und Epoche Bezeichnungen wie Pharao, Pharaoh, Pharo oder Faro. Gemeint war dabei im Kern dasselbe Bankspiel.

Im 18. Jahrhundert entwickelte sich Pharaon zu einem ausgesprochen populären Spiel der europäischen Gesellschaft. Adel und wohlhabende Bürger spielten um teilweise erhebliche Summen. Später ging die Bedeutung in Westeuropa zurück - während FARO auf der anderen Seite des Atlantiks eine zweite große Karriere begann.

Auch deutsche Spielbanken kannten Pharao

FARO beziehungsweise Pharao ist keineswegs nur mit Frankreich und dem amerikanischen Wilden Westen verbunden. Auch in der deutschen Spielbankgeschichte hinterließ das Spiel deutliche Spuren.

In Wiesbaden begann die staatlich organisierte Glücksspielgeschichte 1771. Das Hessische Landesarchiv nennt ausdrücklich Pharao und Basette als beliebte Spiele dieser Zeit.

Auch Baden-Baden gehörte dazu. Für die Jahre 1812 bis 1821 umfasste die Spielbankkonzession neben Rouge et Noir ausdrücklich auch Pharao. Die Spielbank wurde damit bereits lange vor ihrem späteren internationalen Ruhm zu einem Ort, an dem das heute fast vergessene Kartenspiel auf dem Tisch lag.

In Bad Kissingen lässt sich behördlich zugelassenes Glücksspiel ebenfalls bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Auch dort gehörte Pharao zu den damals angebotenen Kartenspielen.

Ein besonders interessantes Beispiel liefert Bad Meinberg: Dort wurde 1848 nochmals eine Spielbanklizenz erteilt - und diese galt ausschließlich für das Pharao-Spiel.

FARO gehörte damit tatsächlich zur frühen deutschen Spielbankkultur.

Vom Wilden Westen bis nach Las Vegas

Während das Spiel in Europa im Laufe des 19. Jahrhunderts an Bedeutung verlor, erlebte FARO in den Vereinigten Staaten einen regelrechten Boom. Besonders während des Goldrauschs wurde es populär und entwickelte sich zu einem typischen Spiel in Saloons und Spielhäusern des amerikanischen Westens.

Mit der Legalisierung des Glücksspiels in Nevada im Jahr 1931 gehörte FARO auch zur frühen Spielbankwelt von Las Vegas. Historische Aufnahmen der University of Nevada, Las Vegas dokumentieren FARO-Tische unter anderem im Boulder Club und im Las Vegas Club.

Und FARO verschwand keineswegs schon in den frühen Jahren der Stadt. Noch im Februar 1964 warb der Las Vegas Club mit seinem FARO-Angebot. Das Nevada Magazine berichtet, dass das Spiel in Las Vegas noch bis Mitte der 1960er-Jahre im Las Vegas Club gespielt wurde.

Ganz verschwunden war FARO damit allerdings noch immer nicht. In Reno kam es Anfang der 1980er-Jahre noch einmal zu einer kurzen Wiederbelebung. Das letzte bekannte FARO-Spiel in Nevada wurde nach zeitgenössischen Berichten 1985 im Ramada in Reno eingestellt.

Damit hatte sich ein Spiel, dessen Geschichte bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht, fast 300 Jahre gehalten.

Ein historisches Kartenspiel wird wieder spielbar

Bei der Arbeit an "Die ewige Wette - Geschichte des Glücksspiels" beschäftigten wir uns immer wieder mit FARO. Daraus entstand schließlich die Idee, das Spiel nicht nur in einem Buch zu beschreiben, sondern es wieder tatsächlich auf den Spieltisch zu bringen.

Entstanden ist die FARO Premium-Edition.

Eine besondere Rolle spielen dabei die Karten. Grundlage ist ein historisches 52-Blatt-Kartenspiel aus der Zeit um 1810, das seinerzeit für Spiele wie Pharao und Whist verwendet wurde. Es zeigt ein Pariser Bild mit französischen Farbzeichen.

Die historischen Vorlagen wurden vom Deutschen Spielkartenmuseum Leinfelden-Echterdingen, einem Zweigmuseum des Landesmuseums Württemberg, zur Verfügung gestellt. Für die FARO Premium-Edition wurden die Kartenbilder originalgetreu reproduziert.

Dafür möchten wir uns an dieser Stelle ausdrücklich beim Deutschen Spielkartenmuseum Leinfelden-Echterdingen und insbesondere für die Unterstützung bei diesem Projekt bedanken. Das Museum verfügt über die größte öffentlich zugängliche Spielkartensammlung Europas.

Was gehört zur FARO Premium-Edition?

Die Edition wurde als vollständiges historisches Gesellschaftsspiel entwickelt. In der großen FARO-Box befinden sich:

* 52 historisch reproduzierte Spielkarten
* 50 Jetons
* eine FARO-Spielmatte im Format 500 × 300 mm
* eine Metalldose für die Spielkarten
* ein schwarzer Beutel für die Jetons
* die Spielregeln direkt im Deckel der Box

Die Gestaltung von Box, Spielmatte und Kartenrückseiten nimmt das Erscheinungsbild von "Die ewige Wette" auf und verbindet so Buch und Spiel miteinander.

Die Spielkarten sind dabei nicht lediglich im historischen Stil neu gezeichnet worden. Grundlage sind tatsächlich die historischen Kartenvorlagen aus der Zeit um 1810.

Wie wird FARO gespielt?

Das Grundprinzip von FARO ist überraschend einfach.

Die Spieler spielen gegen die Bank und nicht gegeneinander. Vor Beginn einer Runde platzieren sie ihre Jetons auf einem oder mehreren Kartenwerten der Spielmatte.

Anschließend zieht die Bank jeweils zwei Karten nacheinander aus dem Kartenstapel:

Die erste gezogene Karte ist die Bankkarte - High Card. Einsätze auf diesen Kartenwert verlieren.

Die zweite Karte ist die Spielkarte - Low Card. Einsätze auf diesen Kartenwert gewinnen im Verhältnis 1:1.

Danach werden die gezogenen Karten offen abgelegt und die nächste Runde beginnt. Dadurch sehen die Spieler während des Spiels immer mehr Karten und wissen, welche Werte noch im Stapel vorhanden sein können.

Für besondere Situationen - beispielsweise wenn zweimal derselbe Kartenwert gezogen wird - enthält die Spielanleitung entsprechende Sonderregeln.

Gerade diese Mischung aus einfachen Grundregeln und der Möglichkeit, die bereits gespielten Karten zu beobachten, gehörte über Jahrhunderte zum besonderen Reiz von FARO.

Vom Buch zurück auf den Spieltisch

Wer "Die ewige Wette" oder das E-Book bereits gelesen hat, kennt FARO damit nicht mehr nur aus der Geschichte. Mit der FARO Premium-Edition lässt sich das historische Spiel nun selbst ausprobieren.

Zum Verkaufsstart stehen zunächst 50 Exemplare zur Verfügung. Sollten diese vergriffen sein, können weitere Bestellungen entgegengenommen und mit Verfügbarkeit der nächsten Charge ausgeliefert werden.

Die FARO Premium-Edition wird zunächst über den Autoren-Guide angeboten.

Größere Bestellungen direkt anfragen

Unternehmen, Spielbanken, Verbände oder andere Interessenten, die größere Stückzahlen von FARO bestellen möchten, können sich auch direkt an ISA-GUIDE wenden.

Anfragen senden Sie bitte per E-Mail an: ulli@isa-guide.de

Wir setzen uns anschließend direkt mit Ihnen in Verbindung.

Wer zunächst mehr über FARO und die Geschichte des Glücksspiels erfahren möchte, findet die Hintergründe in _Die ewige Wette - Geschichte des Glücksspiels_. Das gedruckte Buch ist im Handel und beim Autoren-Guide erhältlich, das e-Book direkt über den Autoren-Guide .

Hinweis: FARO wird als historisches Gesellschaftsspiel zur Unterhaltung und zum historischen Verständnis angeboten. Die enthaltenen Jetons besitzen keinen Geldwert und es gibt keine echte Gewinnmöglichkeit.

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Herr Ulli Schmitt
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